Dr. Bill, ein echtes Original

Director of Distilling & Whisky Creation

Dr. Bill Lumsden ist Glenmorangies langjähriger genialer „Whisky-Macher“. Sein korrekter Titel lautet: Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks. Sein absoluter Favorit unter den Whiskys ist der Glenmorangie Original: das Herzstück aller Glenmorangie-Whiskykreationen, der Wesenskern, den man in jeder Glenmorangie-Flasche wiederfindet. Und Dr. Lumsden liegt der Glenmorangie Original besonders am Herzen.

Vor 30 Jahren, im Jahr 1984, befand sich Bill Lumsden gerade im zweiten Jahr seines Doktorstudiums in mikrobieller Physiologie und Fermentationswissenschaft in Edinburgh. Davor hatte er in Glasgow bereits ein Studium in Biochemie absolviert. Doch er war nicht nur Akademiker, sondern auch ein kreativer Kopf, und neben der harten Arbeit für sein Studium durfte auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen. So begab er sich eines Abends im Mai auf eine Party in einer Studentenbude in Marchmont, diesem entzückenden Wohnviertel gleich südlich der Altstadt von Schottlands Hauptstadt Edinburgh.

„Den Gastgeber kannte ich nur vage; so ging es wahrscheinlich vielen auf Studentenpartys. Wir plauderten, tanzten, waren cool (oder auch nicht). Ich erinnere mich, dass der Plattenspieler – ja, damals waren diese Geräte noch im Einsatz! – ‚Let‘s Hear It For The Boy’ spielte, einen Song von Deniece Williams und Teil der Filmmusik in Footloose. Wie dem auch sei, ein Freund sagte zu mir: „Bill, hier, trink einen Whisky!”, und er drückte mir ein Glas in die Hand. Als 24-jähriger Schotte hatte ich natürlich schon Whisky probiert. Aber vermutlich hatte ich bis dahin nur ein paar durchschnittliche Verschnitte abbekommen und als Teenager mit ein paar gewöhnlichen Whiskys herumprobiert – und das hatte mich nicht begeistert. Aber nach einem Schluck von diesem Whisky hier hatte ich ein Aha-Erlebnis. Whiskyspezifisches Vokabular war mir bis dahin unbekannt. Aber das brauchte ich auch nicht. Dieser Whisky war derart seidig und weich, absolut vorzüglich. Und ich fand, er passte zu meiner charmanten Persönlichkeit.

 

Die Musik verstummte. Der Gehörsinn war wohl nicht meine Stärke. Geruchs- und Geschmackssinn hingegen, die ja eng miteinander verbunden sind, wurden plötzlich kraftvoll zum Leben erweckt. Man sagte mir, dass ich gerade puren, 10 Jahre alten Glenmorangie-Whisky trank. Und nach all den Jahren erinnere ich mich noch immer daran: an diese cremige und fruchtige Textur, an diesen Geschmack, den ich mir bis heute immer wieder hervorrufe, wenn ich Glenmorangie-Whikys kreiere.”

 

So gut wie jeder, der in den 80ern aufgewachsen ist, hat Songs wie ‚Let‘s Hear It For The Boy’ noch im Ohr. Bill Lumsden hat – was für ein Segen für die Welt des Whiskys – den Geschmack dieses Glenmorangies noch immer im Sinn.

 

„Ich übertreibe keineswegs, wenn ich sage, dass dieser Moment für mich etwas Schicksalhaftes an sich hatte”, so Lumsden. „Auf jeden Fall entfachte er ein leidenschaftliches Interesse in mir, und während meiner weiteren Studentenzeit ging ich gelegentlich ins ,Jolly Judge‘, eine Bar gleich beim Lawnmarket. Dort gab es eine exzellente Auswahl an interessanten Whiskys, von denen ich mir dann immer einen leistete. Das war der Beginn meiner Whisky-Ausbildung, und schon bald wusste ich, in welche Richtung mich meine berufliche Laufbahn führen würde.”

 

Bill Lumsden, heute Dr. Bill Lumsden, stieg in die Whisky-Branche ein und verbrachte zunächst zehn Jahre damit, das Metier zu erlernen. Er wurde zu einem hoch angesehenen Whisky-Wissenschaftler, und im Jahr 1995 kam er zur Glenmorangie Company, wo er heute sämtliche Whiskys entwickelt. Er ist maßgeblich für die beständig erstklassige Qualität des Glenmorangie Original verantwortlich – ein nicht ganz unbedeutender Beitrag, darf man wohl sagen.

 

Im Jahr 2007 wurde der Glenmorangie 10 Years Old – also der Whisky, den Dr. Lumsden damals auf der Studentenfete probiert hatte – zum „Glenmorangie Original“ ernannt. Der Whisky wurde also neu eingeführt, aber nur geringfügig verändert. Sein Alter wurde weniger wichtig, und wir benutzten fortan luftgetrocknete Fässer; das verringerte die Schärfe und betonte die Tiefe des Whiskys. Manche nehmen es gar nicht wahr, aber in seinem Gesamtgeschmack ist Glenmorangie Original nun sogar noch weicher, noch besser – soweit das überhaupt möglich ist. Der Original ist nicht unser „Einstiegsmodell”. Vielmehr setzt er den Standard für alle unsere Whiskys, die in den höchsten Brennblasen Schottlands mit großer Sorgfalt hergestellt werden.

 

„Die Brennblasen der Glenmorangie-Destillerie ragen 5,14 Meter in die Höhe. Es ist eine Freude, sie anzusehen, und eine Freude, damit Whisky zu produzieren”, schwärmt Bill Lumsden. „Sie bringen den reinsten Branntwein hervor, und daher auch den reinsten Geschmack. Dieser reine Branntwein ist allerdings gnadenlos. Er kann die köstlichsten Aromen annehmen, genauso aber auch weniger wünschenswerte Eigenschaften. Deshalb verwenden wir nur die allerbesten Fässer. Das erklärt vielleicht, weshalb wir zu Pionieren der Nachreifung wurden.

 

Der Branntwein, den diese hohen Brennblasen hervorbringen, ist die perfekte Leinwand für die Gestaltung eines köstlichen Single Malt Whiskys. Er ist weich, fein, rein und ein wenig süßlich, etwas Besonderes eben, wie der Glenmorangie Original, der letztlich das einmalige Herzstück, die Seele unserer Whisky-Familie darstellt. Darauf können wir aufbauen: mit geschickter Holzveredelung, wie beispielsweise beim Glenmorangie 18 Years Old, 25 Years Old oder bei unseren Private Editions. Für mich persönlich aber ist der Original der absolute Klassiker. Meine erste Liebe sozusagen …”.

 

Dr. Bill Lumsden steht mit seiner Einschätzung nicht alleine da. Wir können mit Gewissheit sagen, dass viele andere genauso denken, denn der Glenmorangie Original hat über die Jahre unzählige Auszeichnungen in der gesamten Whisky-Branche erhalten. Gerade erst wurde er bei der San Francisco World Spirits Competition erneut mit doppeltem Gold ausgezeichnet.